Der Europäische Biber (Castor fiber)

NP Unteres Odertal 2013

stand im letzten Jahrhundert kurz vor der Ausrottung und konnte nur durch gezielte Schutzmaßnahmen (Auswilderungen) gerettet werden.
Seitdem  breitet er sich europaweit wieder aus. Speziell im Nationalpark Unteres Odertal ist eine sprunghafte Zunahme der Bestände festzustellen.

Grund für ihre Bejagung war und ist ihr sehr dichtes Fell und das sehr schmackhafte Fleisch. Besonders unbeliebt macht er sich bei der Forstwirtschaft, da er durch seine Fällarbeiten an Bäumen erhebliche Schäden anrichtet.

Aktuell muß festgestellt werden, daß in Folge von Überschwemmungen/ Hochwasser im NP Unteres Odertal (2010), die Biber massiv Deichabschnitte mit ihren Röhren in ihrer Standfestigkeit beschädigt haben. Die Beseitigung der Schäden ist sehr kostenintensiv, da die Röhren  aufwendig saniert  und zusätzlich vor weiteren "Baumaßnahmen" der Tiere mit Gittermatten aus Zinkstahl versehen werden müssen.Jetzt sind sogar Stimmen laut geworden die den Bestand zu reduzieren wollen, jedoch wird dabei übersehen, daß die Art unter Artenschutz steht!Die Gesamtlänge des Bibers beträgt  bis zu 1,40m incl. Schwanz. Ihr Gewicht liegt bei max.35 kg und sie können bis zu 20 Jahre alt werden. Haupterkennungsmerkmal der Biber ist der abgeplattete Schwanz, der eine lederartige Haut aufweist. Man nennt diesen auch Kelle. Zwischen den Hinterfüßen haben sie Schwimmhäute, die ihnen ausgezeichnete Schwimm/Taucheigenschaften garantieren.Das Wasser ist ihr Hauptlebensraum, bevorzugt leben sie an fließenden und stehenden Gewässern und deren Uferbereiche. Biber leben in Einehe. Das Revier eines Biberpaares kann aus zwei Generationen von Jungtieren bestehen. Das Revier umfasst je nach Nahrungsangebot ca. ein bis drei km². Die Reviergrenzen werden mit einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich markiert. Dieses Sekret bezeichnet man auch als Bibergeil. Sie verteidigen ihr Revier gegen alle Artgenossen vehement.

Lebensformen:
Biber leben in selbstgebauten Biberburgen. Sie bestehen aus Ästen, Zweigen und Erdmaterialien. Der Eingang befindet sich unterhalb des Wasserspiegels, der Wohnkessel selbst liegt über diesem und ist ca. zwei m² groß. Fällt die Burg trocken, wird sie verlassen, da sonst Feinde Zugang zu ihr hätten. Auch in Uferböschungen gräbt sich der Biber eine Höhle hinein und vernetzt sie mit so genannten Biberröhren. Das können Fressröhren und Fluchtröhren sein.

Diese Bauform ist häufig im Nationalpark Unteres Odertal anzutreffen. Des Weiteren sorgen sie durch Dämmbauten für einen gleichmäßigen Wasserstand in ihrem Revier und schaffen dadurch für andere Lebewesen zusätzliche natürliche Lebensräume.
Hingegen sterben nicht resistente Vegetationsformen ab.

Vermehrung:
Im Mai werden die Jungen geboren, maximal vier Stück, davor müssen die vorjährigen Jungen den Bau verlassen haben  Sie werden in der Regel zwei Monate lang von der Mutter gesäugt und fressen vorher schon von den Eltern beigebrachtes Grünzeug aller Art. Sie erlangen mit etwa drei Jahren die Geschlechtsreife.

Biber halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe, deshalb müssen sie auch für den Winter für Nahrung vorsorgen, da oftmals die Wasserstraßen zugefroren sind. Sie legen  direkt vor dem Eingang der Burg im Herbst Zweige und Äste ab und holen sich die Rinde bei Bedarf auch unter Wasser. Diese Nahrung wird von ihren scharfen und langen Zähnen regelrecht abgeschält und sie sind in der Lage, die Bäume bis zu ihrer Körperhöhe vollständig zu entrinden oder auch zu fällen! In einer Nacht kann er bis zu 50 cm starke Bäume fällen und anschließend sich an den Blättern und Ästen stärken.

In Ergebnis dieser "Nahrungsbeschaffung"sind die Schwarzpappel (Populus niggra), Silber/Bruchweide (Salix alba/fragilis) Bestände im Nationalpark schwer geschädigt und teilweise abgestorben.